Fersenschmerzen: Wenn die Seele durch die Füße spricht

Hast du schon einmal daran gedacht, dass deine Fersenschmerzen mehr als nur eine physische Beschwerde sein könnten? Oft tragen wir nicht nur unser körperliches Gewicht, sondern auch unsere emotionalen und psychischen Lasten buchstäblich auf unseren Schultern – und häufig manifestiert sich dies auch genau in unseren Füßen. Fersenschmerzen sind nicht selten ein Zeichen dafür, dass tiefere, oft unbewusste emotionale Zustände unsere körperliche Gesundheit beeinflussen.

Also, welche seelischen Ursachen haben Fersenschmerzen? Schmerzen an der Ferse spiegeln eine innere Angst, Unverstandenheit und ein Gefühl mangelnder Unterstützung wider. Sie symbolisiert die Vergangenheit, auf die Betroffene sich versuchen zu stützen und zeigt die Verletzlichkeit auf seelischer Ebene.

In diesem Artikel werden die physiologischen Aspekte von Fersenschmerzen beleuchtet sowie die tiefere psychologische Bedeutung. Für ein besseres Verständnis habe ich dir ein reales Beispiel aus meiner Praxis mitgebracht. Anhand von Laura M. zeige ich dir, wie psychische und emotionale Faktoren sich körperlich manifestieren können. Zudem wirst du praktische Tipps und eine spezielle Übung kennenlernen, die dir helfen, nicht nur die Symptome, sondern auch die Ursachen deiner Beschwerden zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Fersenschmerzen – Die Verbindung zwischen Körper und Seele

Die Ferse ist ein wichtiger Bestandteil unseres Bewegungsapparates und spielt eine entscheidende Rolle bei der Fortbewegung. Anatomisch betrachtet ist sie der hintere Teil des Fußes, bestehend aus dem Fersenbein (Calcaneus), dem größten Knochen des Fußes. Dieser Knochen ist von einer dicken Schicht aus Fettgewebe umgeben, das als natürlicher Stoßdämpfer fungiert. Die Ferse ist der Punkt, an dem die Achillessehne – die stärkste und größte Sehne des menschlichen Körpers – ansetzt. Diese Sehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und ermöglicht es uns, auf den Zehen zu stehen, zu gehen und uns abdrücken.

„Unsere Füße tragen uns durchs Leben; so wie wir stehen und gehen, so gestalten wir unser Leben.“ – Dieses Zitat von Irmgard Gräf unterstreicht die metaphorische Bedeutung der Füße und insbesondere der Fersen, die als Basis unseres Standpunkts im Leben dienen.

Aus diesem Grund steht die Ferse in der Psychologie symbolisch für die Fortbewegung und wie wir uns fortbewegen auf unserem Lebensweg.
Symbolische Bedeutung der Ferse:

  • Wie gut wir uns ablösen, abdrücken können (Luftsprünge machen)
  • Verwurzelung im Leben (Standhaftigkeit)
  • Ob unsere Standpunkte unter Druck geraten sind
  • Standhaftigkeit oder Standpunkte verteidigen können
  • Wie leicht/schwer der Lebensweg beschritten wird
  • Sich selbst über die Dinge stellen
  • Nicht für sich einstehen können
  • Mit welcher Intension der Lebensweg beschritten wird
  • Angst vor Autoritäten
  • Fehlender Rückhalt
  • Gefühl festzustecken
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Aaron Jurenka - Ganzheitlicher Therapeut

Psychosomatik, Physiotherapie, Osteopathie, Ernährungsberatung, med. Trainingstherapie, Dozent für Physiotherapie

„Ich begleite seit über 12 Jahren PatientInnen und KlientInnen – Online und 1:1 in meiner Praxis“

Die Psychologie hinter Fersenschmerzen: Laura M.

Um dir die Thematik noch etwas praxisbezogener näherzubringen, betrachten wir jetzt am Beispiel von Laura, einer 42-jährigen Lehrerin, die unter starken Fersenschmerzen litt, einmal die Symptomatik. 

Laura kam zu mir, nachdem sie festgestellt hatte, dass herkömmliche Behandlungen wie Massage und Krankengymnastik keine langfristige Besserung brachten. Während der Therapien wurde der Schmerz kurzfristig etwas besser, kam allerdings immer wieder zurück. Ihre Schmerzen verstärkten sich besonders in Stresssituationen, was auf eine tiefere psychosomatische Verbindung hindeutete. 

Psychologisch betrachtet spiegeln Fersenschmerzen oft eine unbewusste Weigerung wider, bestimmte Lebensaspekte anzuerkennen oder sich ihnen zu stellen. Im Fall von Laura zeigte sich, dass sie enorme Schwierigkeiten hatte, ihren Standpunkt in einer von männlichen Kollegen dominierten Umgebung zu vertreten. Die Ferse, die als Stützpunkt des Körpers fungiert, repräsentiert auch symbolisch unseren Stand im Leben. Lauras Schmerzen waren somit nicht nur physisch, sondern auch ein Spiegel ihrer inneren Kämpfe und ihrer Schwierigkeiten, sich durchzusetzen und ihre Autorität zu festigen.

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Welche Emotionen und Gefühle stecken hinter Fersenschmerzen?

Die emotionalen Aspekte von Fersenschmerzen sind oft tiefgreifend. Schmerzen in der Ferse können auf eine Angst vor der Zukunft, das Festhalten an der Vergangenheit und das Gefühl, nicht unterstützt zu werden, hindeuten. Dies war bei Laura der Fall, die sich durch den ständigen Druck und die hohen Erwartungen ihrer Umgebung überwältigt fühlte. Ihre Fersenschmerzen symbolisierten ihre Unfähigkeit, vorwärtszukommen und gleichzeitig das Gewicht ihrer beruflichen Verpflichtungen und persönlichen Ängste zu tragen. In ihrem engen Freundeskreis hatte Laura niemanden, der ihr den Rücken in Bezug auf ihre Überforderung und Ängste stärkte. Außerdem wusste sie nicht, wie sie mit ihren Ängsten und ihrer Unsicherheit wirklich umgehen sollte.

Dieser Zustand der Überforderung und des mangelnden Rückhalts kann, wie im Fall von Laura, zu einer Veränderung der Haltung und erhöhten Spannung der Muskulatur führen, die sich physisch als Fersenschmerz manifestiert. Der Schmerz dient dabei als ein Ruf zur Selbstreflexion und Neubewertung der eigenen Lebensweise und -ansichten.

Durch den Schmerz in der Ferse konnte Laura ihrem Leben wieder eine neue Richtung geben und sich mit ihrem eigenen individuellen Lebensthema befassen. Denn auch ihre weiteren Symptome, wie die Knie- und ISG-Beschwerden, deuteten in die gleiche Richtung und zeigten ihr, welche Emotionen ungelebt in ihrem Körper manifestiert waren.

Wie fühlen sich Menschen mit Fersenschmerzen?

Menschen, die unter Fersenschmerzen leiden, fühlen sich oft von ihrer Vergangenheit belastet und suchen nach einem stabilen Halt im Leben. Die Schmerzen in der Ferse symbolisieren nicht nur physische Beschwerden, sondern auch tiefgreifende emotionale und psychologische Konflikte. Sie können Angst, ein Gefühl der Isolation und mangelnde Unterstützung widerspiegeln, besonders in Bezug auf ihre Verpflichtungen und die Erwartungen anderer.

Die Unsicherheit über die eigene Zukunft und das Gefühl, das eigene Leben nicht vollständig unter Kontrolle zu haben, können zu Zögern und Unzufriedenheit führen. Das ständige Gefühl, von einem Vorgesetzten oder von den Erwartungen anderer verfolgt zu werden, kann dazu führen, dass sich die Betroffenen wie in einer Sackgasse fühlen. Oft entsteht der Eindruck, das Gewicht der Welt auf den Schultern zu tragen, ohne zu wissen, wie man effektiv eigene Grenzen setzen kann.

Diese emotionalen Belastungen manifestieren sich in der Ferse, dem Punkt, der buchstäblich den gesamten Körper trägt und stabilisiert. Schmerzen hier können ein Zeichen dafür sein, dass jemand Schwierigkeiten hat, in seinem Leben voranzukommen und sich sicher zu fühlen. In schmerzhaften Momenten stellt sich oft die Frage nach der eigenen Identität und dem eigenen Weg, begleitet von dem verzweifelten Wunsch, den Belastungen zu entfliehen, die einem das Leben auferlegt.

So werden Fersenschmerzen zu einem körperlichen Ausdruck tiefer seelischer Nöte – eine Mahnung, innezuhalten, die eigene Lebensweise zu überdenken und zu lernen, auf die innere Stimme zu hören, die genau weiß, was wirklich benötigt wird.

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Selbstheilung durch Gedanken

Psychosomatik einfach erklärt – Folge 30: Fersenschmerzen: Wenn die Seele durch die Füße spricht

In dieser Folge zeige ich dir, dass Schmerzen in der Ferse nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psychisches Signal ist. Erfahre, wie psychische Muster und emotionale Belastungen sich in deiner Ferse manifestieren und wie du durch gezielte Übung und Selbstreflexion den Weg zur Selbstheilung finden kannst. Lerne, die tiefen Ursachen von Fersenschmerzen verstehen und erlange ein neues Bewusstsein in Bezug auf deine Selbstheilungskraft.

Meine therapeutische Einschätzung von Fersenschmerzen

Wie wir bei Laura gesehen haben, sind Fersenschmerzen oft ein Hilferuf des Körpers, der uns auffordert, unsere aktuellen Lebensumstände zu überdenken. Sie fordern uns auf, nicht nur physisch, sondern auch emotional und psychisch leichtfüßiger zu werden, unsere Perspektiven zu erweitern und letztlich eine balanciertere und authentischere Version unseres Selbst zu leben.
Besonders wichtig ist mir bei der Begleitung meiner KlientInnen, die Ursache für die Unverstandenheit, die Ängste aber auch die fehlende Leichtigkeit im Leben zu analysieren und herauszufiltern.
Denn in dem Moment, wo wir verstehen, warum eine Emotion oder ein Lebensgefühl da ist und mit welchen psychischen Programmen wir unser Leben beschreiten, können wir diese auch bewusst verändern oder anpassen.

Psychosomatische Eigenübung bei Fersenschmerzen

Eine effektive Übung, die sowohl die körperlichen als auch die seelischen Aspekte von Fersenschmerzen adressiert, ist eine Kombination aus einer meditativen Gehübung und bewusstem Atmen. Diese Übung hilft nicht nur, die physischen Symptome zu lindern, sondern fördert auch ein tieferes Bewusstsein für emotionale Zustände und Unterstützungsbedürfnisse. Hier ist, wie du die Übung durchführen kannst:

Meditation und Geh-Übung für die Fersen

Vorbereitung:

Finde einen ruhigen, angenehmen Ort, wo du ungestört gehen kannst, etwa einen Park, einen Garten oder einen ruhigen Raum.

Durchführung:

  1. Bewusstes Stehen: 
    – Beginne die Übung, indem du still stehst und deine Füße fest auf den Boden stellst. Spüre, wie deine Fersen den Boden berühren.
    – Atme tief ein und beim Ausatmen stelle dir vor, wie Stress und Spannungen deinen Körper durch die Fersen verlassen und in die Erde fließen.
  1. Gehmeditation:
    – Beginne langsam zu gehen. Konzentriere dich dabei auf jeden Schritt. Spüre, wie sich deine Ferse zuerst abhebt und dann wieder den Boden berührt. – Mit jedem Schritt inhalierst du Ruhe und Stabilität und exhalierst Unsicherheit und Angst.
  1. Bewusstes Atmen:
    – Während du gehst, synchronisiere deine Atmung mit deinen Schritten. Zum Beispiel: Atme ein über drei Schritte und atme aus über drei Schritte. – Versuche, deine Atmung tief und gleichmäßig zu halten, was dir hilft, dich sowohl körperlich als auch emotional zu zentrieren.
  1. Reflektion und Verarbeitung:
    – Nach einigen Minuten des Gehens, halte an und stehe still. Schließe deine Augen und reflektiere über die Gefühle und Gedanken, die während der Übung aufgekommen sind. – Frage dich, welche Bereiche deines Lebens Unterstützung benötigen und wie du diese Unterstützung aktiv suchen kannst.
  1. Abschluss:
    – Beende die Übung mit einigen tiefen, bewussten Atemzügen, wobei du jedes Mal, wenn du ausatmest, Dankbarkeit für den Moment und für deinen Körper empfindest. – Öffne deine Augen und kehre langsam zu deiner normalen Aktivität zurück, wobei du das Bewusstsein für deinen Körper und deine Gefühle beibehältst.

Diese Übung hilft nicht nur, die physische Spannung in den Fersen zu lindern, sondern bietet auch eine Gelegenheit zur emotionalen Entlastung und fördert ein tieferes Verständnis für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Indem man regelmäßig Übungen praktiziert, die den Körper mit der Psyche verbinden, kann man eine bessere Balance und Harmonie zwischen Körper und Geist erreichen.

Wichtig: Diese Übung dient zur Ergänzung der inneren Arbeit und erleichtert die Rückverbindung mit dem Körper. Sie ersetzt keine Therapie und sollte, wenn möglich, von erfahrenen Therapeuten angeleitet werden.

Leidest du aktuell unter Fersenschmerzen? Ich helfe dir gerne

Ich begleite seit über 14 Jahren PatientInnen auf ihrem Weg zur Gesundheit. Ich freue mich auf Dich!

Häufig gestellte Fragen zum Thema Fersenschmerzen:

Was können Fersenschmerzen bedeuten?

Fersenschmerzen können auf körperliche Überbelastungen, wie beispielsweise durch langes Stehen oder Laufen, ungewohnte oder intensive körperliche Aktivität, oder auf strukturelle Probleme wie einen Fersensporn hinweisen. Psychisch gesehen können sie jedoch auch ein Symbol für tiefer liegende emotionale oder psychische Konflikte sein. Sie können auf eine Überlastung durch die „Lasten“ des Lebens hindeuten, wo der Schmerz als ein Signal verstanden werden kann, das darauf aufmerksam macht, dass man in bestimmten Lebensbereichen „auf hartem Boden“ steht.

Welche psychische Bedeutung haben Fersenschmerzen?

Psychisch betrachtet symbolisieren Fersenschmerzen oft Schwierigkeiten im „Vorwärtskommen“ im Leben oder das Gefühl, keinen festen Stand im Leben zu haben. Sie können auch auf das Gefühl von Unsicherheit oder mangelnder Unterstützung in wichtigen Lebensbereichen hinweisen. Oft spiegeln sie eine emotionale Last wider, die man trägt und können ein Zeichen dafür sein, dass man sich zu großen Druck in verschiedenen Lebensbereichen macht oder dass man sich emotional von anderen abhängig fühlt.

Welche Gefühle stecken hinter Fersenschmerzen?

Hinter Fersenschmerzen können Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Überforderung und das Gefühl, nicht genügend unterstützt zu werden, stecken. Sie können auch mit einem Mangel an Selbstvertrauen und Angst vor der Zukunft verbunden sein. Das Gefühl, „verfolgt“ zu werden oder ständig auf der Flucht zu sein, sowie das Empfinden, in der Vergangenheit festzustecken und nicht vorwärtszukommen, sind ebenfalls häufige emotionale Zustände, die mit Fersenschmerzen assoziiert werden.

Können Fußschmerzen von der Psyche kommen?

Ja, Fußschmerzen können definitiv von der Psyche kommen. In der Psychosomatik wird angenommen, dass körperliche Symptome oft psychische Ursachen haben oder durch emotionale Zustände beeinflusst werden. Fußschmerzen sind nicht selten ein Ausdruck von emotionalen Belastungen, insbesondere wenn keine klare physische Ursache gefunden wird oder der Schmerz auch bei körperlicher Therapie nicht zurückgeht. Sie können auf unterdrückte Emotionen, Stress oder Angstzustände hinweisen, die sich körperlich manifestieren.

Abschließende Gedanken

Diese Betrachtungen zeigen, wie eng Körper und Seele miteinander verbunden sind und wie körperliche Symptome als Wegweiser für tiefere psychische und emotionale Themen dienen können. Es ist wichtig, sowohl die physischen als auch die emotionalen Aspekte zu berücksichtigen, um eine ganzheitliche Heilung zu fördern.