Kann Hüftschmerz psychosomatisch sein?

Körper und Psyche hängen eng miteinander zusammen und sind jede Sekunde in Wechselwirkung zueinander. Das heißt, denkst du einen Gedanken, erfolgt daraufhin eine Reaktion im Körper. Aktivierst du einen bestimmten Bereich in deinem Körper, kann auch hier eine Reaktion im Gehirn festgestellt werden.
Ganz deutlich kennst du das Phänomen vielleicht, wenn du aufgeregt oder angespannt bist. Diese Unruhe äußert sich dann auf körperlicher Ebene in deinen Verdauungsorganen. Redewendungen wie “Ich hab Steine im Magen” oder “Irgendein Problem liegt mir im Magen”, veranschaulichen die Verbindung von Körper und Seele sehr gut. 

Und genauso wie sich psychische Probleme im Magen widerspiegeln können, spiegeln sich bestimmte Verhaltensmuster, Denkstrukturen und Gefühle in der Hüfte wider. Hüftschmerz äußert sich also nicht rein zufällig in deinem System, sondern zeigt ein ganz spezielles, unterbewusstes Programm.

Also, welche psychosomatische Ursachen haben Hüftschmerzen? Menschen mit Hüftschmerzen zeigen eine Gemeinsamkeit bei den Themen Abgrenzung, Aufopferungsbereitschaft und sich selbst nicht wichtig genug nehmen. Unterdrückte Emotionen wie Wut, Trauer, Ärger und Aggression spiegeln den unterbewussten Anteil der oberflächlich “Lieben” und “Netten” Menschen wider. 

In diesem Beitrag erfährst du alles zum Thema psychosomatische Ursachen bei Hüftschmerzen. Hier findest du einen passenden Beitrag zu meiner Klientin Claudia, die mit psychosomatischen Hüftschmerzen zu mir kam. Am Ende erfährst du meine therapeutische Einschätzung und welche Möglichkeiten die Ernährung und Bewegung dir zusätzlich bieten kann.

Alles zum Thema Hüftschmerz auch als Podcast verfügbar!

Selbstheilung durch Gedanken

Folge 21: Die psychische Ursache von Hüftschmerzen

Claudia T. kämpft seit 3 Jahren mit Schmerzen in ihrem Hüftgelenk rechts.
Die Diagnose: Hüftgelenkarthrose Grad I-II (Coxarthrose). Claudia hat schon vieles versucht, sowohl Physiotherapie als auch Osteopathie und Akupunktur. Generell helfen zwar alle Behandlungen, doch langfristig gesehen werden die Schmerzen progressiv schlechter. In dieser Folge zeige ich euch wie die Hüfte mit dem Unterbewusstsein verbunden ist und welche Emotionen und persönlichkeitsstrukturen bei Hüftschmerz unbedingt angeschaut werden sollten.

Was steckt hinter psychosomatischem Hüftschmerz?

In der ganzheitlichen Therapie spielt der psychosomatische Anteil eine ganz entscheidende Rolle, denn das altgriechische Wort “Soma” bedeutet Körper und “Psyche” steht für die Seele. D. h. die Psyche geht dem Körper voraus. Aus diesem Grund gehe ich auch in der Therapie erst auf die seelische Grundursache ein und dann auf den Körper. In der modernen Medizin ist es häufig genau umgekehrt oder die Psyche wird nur bei klassischen psychischen Erkrankungen mit einbezogen. 

Aufgrund der oben genannten Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper können wir allerdings auch einen Einfluss über unseren Körper auf die Psyche haben.

Das kennst du eventuell nach dem Sport. Nach einer intensiven Sporteinheit ist auch der Verstand und der Geist klarer und bietet eine ganz andere Sicht auf manche Dinge.

Wenn du den Beitrag zu Claudias Hüftschmerzen gelesen hast, dann hast du vielleicht gemerkt, dass sich bei ihr ganz eindeutig die Emotion Wut und Trauer in ihrer Hüfte manifestiert hat. Allerdings können auch andere Emotionen wie z. B. Ärger, Hass, Aggression, Einsamkeit, Unsicherheit, Instabilität, Angst, Zweifel, Mutlosigkeit oder “heldenhaftes” Durchhaltevermögen sich in der Hüfte festsetzen. 

Hinter diesen Emotionen stecken immer psychische Programme, die zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Leben angelegt wurden. Damals waren sie wichtig, um dein Überleben zu sichern, wie zum Beispiel in der Kindheit. Heute bestehen sie allerdings immer noch genau so und bremsen dich wortwörtlich aus. Und so wie im Beispiel von Claudias psychosomatischen Hüftschmerz ist es hier wichtig, diese Programme neu zu kalibrieren und anzupassen.

Welche Persönlichkeitsmerkmale vereinen Menschen mit psychosomatischem Hüftschmerz?

Die Hüftgelenke stellen die Verbindung zwischen unseren Beinen und dem Becken her. Das heißt, sie tragen den Körper im Gleichgewicht und geben uns sowohl Halt als auch Flexibilität im Leben. Durch unsere Hüften haben wir die Möglichkeit, unseren Lebensweg zu beschreiten, oder eben auch nicht.

Haben wir Schmerzen in den Hüften, dann werden wir auf unserem Lebensweg nicht nur im übertragenen Sinn ausgebremst. Es wird uns sehr deutlich bewusst, wie entschieden wir im Leben weiterkommen wollen oder eben auch nicht. Je kleiner die Schrittlänge und je weniger Beweglichkeit die Hüfte zulässt, desto kleiner werden auch die Schritte sein, die wir auf unserem persönlichen Lebensweg machen können.

– Die Hüftgelenke spiegeln unsere Sichtweisen und Einstellungen dem Leben gegenüber wider. –

Wenn wir uns jetzt ganz viele Menschen mit Hüftschmerzen anschauen, dann fällt schnell auf, dass sie alle ganz bestimmte Persönlichkeitsstrukturen verbindet.

    • Zukunftsängste
    • Sorgen in Bezug auf Zukunft
    • Große Schuldgefühle, dem Umfeld oder sich selbst gegenüber
    • Angst vor einem nicht erreichen der gesetzten Ziele
    • Gefühl von fehlendem Verständnis des Umfelds für eigene Entscheidungen
    • Machtlosigkeit
    • Gefühl im Leben nicht voranzukommen, auf der Stelle treten
    • Gefühl von Leere, ausgelaugt sein
    • Das Umfeld kommt zuerst, dann komme ich
    • Starkes Gefühl, das Gleichgewicht im Leben verloren zu haben
    • Gefühl, immer für sein Umfeld da sein zu müssen!
    • Hohe Aufopferungsbereitschaft
    • Schwierigkeiten Nein zu sagen

Zusammenfassend kann also gesagt werden, Menschen mit Hüftschmerzen laden sich unbewusst, sehr viel auf. Sie haben das Gefühl, eine große Last tragen zu müssen. Deshalb finden wir bei vielen Hüftpatienten auch Beschwerden im Schulter-Nacken-Bereich.

Was tun bei psychosomatischem Hüftschmerz?

Wie am Anfang bereits beschrieben, geht die “Psyche” dem “Soma” voran. Aus diesem Grund ist es wichtig, die individuelle psychische Grundursache bei Hüftgelenkschmerzen zu ermitteln. Diese in den Schatten, verdrängten Persönlichkeitsmerkmale können in einem Gespräch mit einem erfahrenen Therapeuten aufgearbeitet, erkannt und integriert werden.

Meine Empfehlung ist es hier eine zweite Person mit in die Betrachtung der Symptomatik mit einzubeziehen, da wir häufig in gewisser Weise einer Eigenblindheit bzw. einer Betriebsblindheit unterliegen. Das heißt, bezogen auf uns selbst sehen wir oft manche Dinge nicht, weshalb eine Analyse in einer Tiefenmeditation durchaus Sinn ergibt. 

Meine Klientin Claudia ist hier wieder ein sehr gutes Beispiel, da erst in der Tiefenmeditation verdrängte Erlebnisse und Ereignisse aus dem Unterbewusstsein/Unbewusstsein ins Bewusstsein getreten sind. Im vorangegangenen Gespräch konnte sie keine so intensive Verbindung mit ihrem Körper aufbauen.

Meine Erfahrung zeigt, dass jeder Mensch mit einer großen Portion Ehrlichkeit diese Bereiche erkennen und auch Kontakt zu seinem Symptom aufnehmen kann. Denn in dem Moment, wo wir aktiven Kontakt zum Symptom suchen und es uns antwortet, können wir erkennen, welche tiefen Muster sich hier gebildet haben und wie wir sie auflösen.

Leidest du aktuell unter Hüftschmerzen? Ich helfe dir gerne

Ich begleite seit über 14 Jahren PatientInnen auf ihrem Weg zur Gesundheit. Ich freue mich auf Dich!

Welche Übungen helfen bei psychosomatischem Hüftschmerz?

Bevor du spezifische Übungen durchführen kannst, musst du wissen, welche Struktur wirklich betroffen ist. Die Hüftregion ist eine komplexe Region und bietet viele Möglichkeiten der Ursächlichkeit. Daher ist auch hier meine Empfehlung, einen Experten zurate zu ziehen.

Als Physiotherapeut kann ich dir allerdings trotzdem einen guten Tipp geben, damit du direkt durchstarten kannst.

Das Hüftgelenk hat sechs verschiedene Bewegungsrichtungen. Du kannst dein Bein nach vorne anziehen, nach hinten strecken, zur Seite abspreizen, nach innen ziehen, nach außen drehen und nach innen drehen.
Teste hier alle sechs Bewegungsrichtungen und gehe, ganz wichtig, bis an das Bewegungsende. Dadurch findest du heraus, welche Bewegungsrichtung eingeschränkt ist. Wenn du weißt, welche Bewegungsrichtung den Schmerz auslöst, dann kehrst du die Bewegung für dich um. D. h. du beübst aktiv, mit vielen Wiederholungen (>20), die gegenteilige Bewegungsrichtung.

Beispiel:

Hast du Schmerzen beim Anbeugen im Hüftgelenk, dann beübst du aktiv die Streckbewegung.
Schmerzt dich das nach innen Drehen, dann beübst du das nach außen Drehen.
Im Prinzip ist das gehemmte Hüftgelenk vergleichbar mit einer Schublade oder einem Reißverschluss der klemmt. Zuerst gehst du nochmal in die freie Richtung, um Freiheit zu erlangen. Anschließend kannst du die Schublade oder den Reißverschluss vollständig schließen. 

Welche Ernährung bei psychosomatischem Hüftschmerz?

Auch hier wäre es zu Beginn wichtig zu schauen, welche Ursache liegt dem Hüftschmerz zugrunde!
Da allerdings viele Erkrankungen und besonders Schmerzen, mit einer Entzündung einhergehen, empfehle ich dir hier eine wasserbasierte Ernährungsweise.

  • Gurke
  • Tomate
  • Wassermelone
  • Salat
  • Zucchini
  • Ananas
  • Himbeeren
  • Johannisbeeren
  • Blaubeeren
  • Apfel
  • Zitronenwasser
  • Lauch
  • Zwiebeln
  • Brokkoli
  • Paprika
  • usw.

Bedeutet alle Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt, die deine Entzündung “löschen” können. Alle Lebensmittel, die dir Wasser rauben (Mehl, Backwaren, Zucker) solltest du meiden.
Außerdem hemmen hochwertige Öle (Leinöl, Olivenöl, Nussöle, Fischöle) mit einem guten Omega 3 zu Omega 6 Verhältnis die Entzündung im Hüftgelenk.
Wer zusätzlich seinem Körper noch etwas Gutes tun möchte, der kann sowohl das Fasten, als auch verschiedene Wildkräuter zu sich nehmen.