Hüftschmerzen psychische Ursache

Das Hüftgelenk ist eines der massivsten Gelenke im menschlichen Körper. Durch die starken Bänder und knöcherne Führung ist die Ursache für Schmerz hier eher selten in einer Instabilität anatomischer Natur zu suchen. Im Gegenteil, bei Hüftschmerzen sollten unbedingt zu Beginn die psychischen Ursachen angeschaut werden, um eine schnelle Linderung der Symptomatik zu erzielen. Anschließend kann begleitend mit Eigenübung die Hüftschmerzen behandelt werden.

Also, welche psychische Ursache haben Hüftschmerzen? Die Hüfte spiegelt die Beziehung zur Umwelt wider und symbolisiert den Fortschritt und das Ausschreiten im Leben des Patienten. Gefühle wie Wut, Trauer, Machtlosigkeit, Festgehalten werden und eine eingefahrene Lebenssituation zeigen den inneren seelischen Zustand der Betroffenen.

In diesem Beitrag erfährst du alles zum Thema psychische Ursachen bei Hüftschmerzen. Anhand des Beispiels von meiner Klientin Claudia T. zeige ich dir die tiefen psychischen Ursachen bei Hüftgelenkschmerzen. Am Ende erfährst du, welche Vorgehensweise ich bei Hüftgelenkschmerzen empfehle und welche körperlichen Übungen begleitend zur Bearbeitung der seelischen Grundursache sinnvoll sind. Außerdem gebe ich dir eine Empfehlung zur Ernährungsweise bei Hüftschmerzen.

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Selbstheilung durch Gedanken

Folge 21: Die psychische Ursache von Hüftschmerzen

Claudia T. kämpft seit 3 Jahren mit Schmerzen in ihrem Hüftgelenk rechts.
Die Diagnose: Hüftgelenkarthrose Grad I-II (Coxarthrose). Claudia hat schon vieles versucht, sowohl Physiotherapie als auch Osteopathie und Akupunktur. Generell helfen zwar alle Behandlungen, doch langfristig gesehen werden die Schmerzen progressiv schlechter. In dieser Folge zeige ich euch wie die Hüfte mit dem Unterbewusstsein verbunden ist und welche Emotionen und persönlichkeitsstrukturen bei Hüftschmerz unbedingt angeschaut werden sollten.

Wenn Seele und Körper leiden: Hüftschmerzen - Klientenbeispiel Claudia T.

“Meine Hüfte tut mir beim Auftreten manchmal so stark weh, dass ich sie manchmal gar nicht belasten möchte. Meinem Mann fällt das meistens durch meinen veränderten Gang auf, weil ich versuche, die Hüfte beim Gehen zu entlasten”

Das ist die Antwort auf meine Frage an Claudia, 42 Jahre, welches Symptom sie auf psychischer Ebene verstehen und verändern möchte.

Sie sitzt vor mir, eine Frau in ihren besten Jahren, ausgebremst durch wiederkehrende Schmerzen im Hüftgelenk. Die Diagnose laut Orthopäden, Hüftarthrose Grad I-II rechts. Claudia erzählt, dass die Hüftschmerzen vor 3 Jahren das erste Mal begonnen haben und seitdem zunehmend schlechter wurden. Sie hat schon vieles ausprobiert, allerdings fühlt sie, dass der Verlauf der Schmerzen mit der Zeit eher schlechter als besser wird.

Maßnahmen wie Akupunktur, Physiotherapie und Fitness haben am Anfang noch gut funktioniert, doch so ganz bekommt sie ihre Problematik dadurch nicht in den Griff. 

Ich frage sie, wie sich der Schmerz im 24-Stunden-Verlauf verhält und sie beschreibt es sehr präzise. “Am Morgen, wenn ich aus dem Bett aufstehe, ist es besonders schlimm, dann kann ich gefühlt gar nicht rund laufen und ich humpel zum Bad. Ich fühle mich richtig eingerostet, steif und unbeweglich. Ich kann nur sehr kleine Schritte machen und laufe dann eher im Nachstellschritt. Wenn ich dann aus dem Haus gehe und zum Bahnhof laufe, ist es schon deutlich besser und die Funktion kommt langsam zurück. Die Schmerzen werden weniger. 

Tagsüber arbeite ich im Büro, d. h. ich sitze die meiste Zeit. Wenn ich zwischendurch mal aufstehe, dann wiederholt sich das Phänomen. Erst schmerzhaft und dann pendelt es sich ein. Je mehr ich in Bewegung bleibe, desto weniger Schmerzen habe ich.”

Info: Was sich hier zeigt, ist ein klassischer Anlaufschmerz bei Hüftarthrose aufgrund von fehlender Synoviaproduktion im Gelenk. Außerdem horche ich auf, bei ihrer Umschreibung der Problematik. Sie fühlt sich eingerostet, steif und unbeweglich. Sie kann nur sehr kleine Schritte machen. Bezieht sich das auf ihr Leben? 

“Auf einer Skala von null bis zehn sind die Schmerzen in der schlimmsten Phase bei mindestens 6, gerade am Morgen”, sagt Silvia. “Ruheschmerz ist aktuell keiner vorhanden und im Allgemeinen Untertags pendelt sich der Schmerz meistens so bei 3 – 4 ein. 

“Was verbessert den Schmerz im Hüftgelenk?”, will ich wissen. 

“Pause, Entlastung oder leichte Belastung. Wenn ich abends noch ins Fitnessstudio gehe und 45 min auf dem Fahrradergometer fahre, dann kann ich an guten Tagen den Schmerz auf eine 1–2 senken.”

Hüftschmerzen & Psyche: Welche Emotion steckt in Claudias Hüfte?

Die Hüften sind die Verbindungen der unteren Extremität zum Becken und tragen den Körper im Gleichgewicht. Die Hüftgelenke geben uns den nötigen Halt und Flexibilität, den Lebensweg zu beschreiten. Sie spiegeln meine Einstellung und Sichtweisen, die ich gegenüber dem Leben einnehme, wider. Sowohl meine eigenen, als auch die der anderen.
Das Becken und das Hüftgelenk bilden eine untrennbare Einheit, weshalb sie auch für den Schwung im Leben stehen. Unterbewusst zeichnet sich hier also die Entschiedenheit ab, wie man im Leben weiterkommen will oder eben auch nicht. 

Um besser zu verstehen, was vor drei Jahren passiert ist, nehme ich Claudia mit zu einer Reise in ihr Unterbewusstsein. Mithilfe der tiefen Meditation tauchen wir ab und reisen drei Jahre zurück in die Vergangenheit.

Mein Auftrag an Sie: “Spüre, wo es dich hinzieht, was ist damals passiert, was dich wortwörtlich aus der Mitte gebracht hat”

Claudia wartet, spürt und schaut hin und plötzlich sieht sie ein Ereignis, ganz klar und deutlich.

Es war an einem späten Nachmittag, als sie ein Anruf von ihrer besten Freundin entgegengenommen hatte.
Sie hatte Claudia (wie so oft) um Hilfe gebeten. Claudia konnte dieser Bitte in dem Moment nicht nachkommen, weswegen sie der Freundin erst einmal absagte.
Im nächsten Moment plagten sie allerdings schwere Schuldgefühle. Gleichzeitig packte sie eine starke Wut, weil ihre Freundin so unsensibel war, ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu erkennen. Claudia wünscht sich seit langem, dass ihr Umfeld lieber auf ihre Erwartungen reagieren, ohne dass sie immer extra fragen bzw. die Themen ansprechen muss. 

Eigentlich wusste ihre Freundin nämlich, dass sie aktuell im Geschäft sehr viel zu tun hatte. Gleichzeitig spürt Claudia, wie sie selbst ihre eigenen Ideen und ihre Persönlichkeit nicht authentisch durchsetzen kann, denn wie auch in diesem Beispiel nahm sie 10 Minuten später das Telefon wieder in die Hand und rief ihre Freundin zurück. Auch dieses Mal sagte sie ihrer Freundin zu und stellte ihre eigenen Wünsche zurück. Das Schuldgefühl, dass sie nicht gleich zugesagt hatte und dass sie nicht eine bessere Freundin ist, blieb bestehen. 

Ich fordere Claudia auf, noch einen Schritt weiterzugehen und sie nickt, sie ist bereit. Auf drei spürt sie sich wieder in der Situation, sie ist wieder in der “alten” Claudia drin. 

Ich frage: “Was spürst du jetzt genau in diesem Augenblick?”. Sie antwortet: “Ich fühle mich ohnmächtig, ich fühle, dass meine Sicherheit bedroht ist, ich fühle mich leer, ich glaube, ich habe zu viel gegeben, ich fühle mich benutzt, ich hab das Gefühl als wäre ich die Mutter der ganzen Welt” und ich fühle mich wütend und traurig zugleich.

Info: Das, was Claudia hier beschreibt, ist ein sehr klassischer seelischer Zustand, den Hüftgelenkpatienten äußerst häufig beschreiben: 

  • Eine tiefe Besorgnis der Zukunft gegenüber
  • Starke Schuldgefühle 
  • Versuch neue Regeln aufzustellen, um sich selbst zu schützen
  • Angst davor, die eigenen Ziele nicht erreichen zu können
  • Wut, dass andere die eigenen Bedürfnisse nicht sehen und verstehen 
  • Gefühl, dass die Sicherheit (Freundschaft) bedroht ist
  • Gefühl, immer für alle da sein zu müssen (Mutter der Welt)
  • Gefühl zu viel zu geben oder gegeben zu haben
  • Gefühl aus der Mitte (Ungleichgewicht) geraten zu sein
  • Gefühl von fehlender Stabilität im Leben
  • Fehlende Kraft, eigene Ideen und Persönlichkeit authentisch durchzusetzen
  • Schwungvolle Beschreiten des Lebenswegs ist massiv ausgebremst
  • Gefühl der Machtlosigkeit

Wie fehlender Fortschritt, Aufopferungsbereitschaft und Wut zu Hüftschmerzen führen können!

Wir gehen noch ein Stück weiter und ich fordere Claudia auf, jetzt Kontakt mit ihrem rechten Hüftgelenk aufzunehmen. Dadurch wird der Ausdruck und die Ursache des Schmerzes noch einmal etwas klarer für Claudia.

Als Claudia die Bilder und Eindrücke empfängt, kann ich ihre Emotion, die sie damit verbindet, deutlich auf ihrem Gesicht ablesen. Es mischt sich Wut mit Trauer und Enttäuschung

Das Bild, was sie empfängt, ist, ein Bild, was sie seit vielen Jahren versucht hat zu verdrängen.
Sie sieht ein einsames Mädchen, auf einem Stein sitzen.
Sie scheint wie festgeklebt zu sein. Denn sie weiß, wenn sie jetzt aufsteht, verletzt sie jemanden. Sie muss hier sitzen bleiben, damit sie den Erwartungen ihres Umfeldes entspricht. Sie fühlt Trauer und Wut.

Info: Claudias Programm heißt. Zuerst kommen die anderen, dann komme ich. Und wenn ich dieses Programm nicht befolge, laufe ich Gefahr, am Ende allein dazustehen. Dieser Zwiespalt löst in ihr seit vielen Jahren großen Stress aus. Wie mehrere Studien auch inzwischen zeigen konnten, hat wiederholter Stress große Auswirkung auf unsere Krankheitsaktivität. Erschöpfungserscheinungen und Gelenkschmerzen sind die Folge. Die Entzündungsbotenstoffe wie Interleukin-1-beta und Interferon-gamma werden durch Stress und persönliche Probleme erhöht

In den weiteren Sitzungen sind wir noch weiter in die Vergangenheit gereist und haben Claudias persönliche Ursache für ihr Programm (Aufopferungsbereitschaft) analysiert, das sie schon in ihrer Kindheit programmiert hat. Außerdem war das Ziel, die negativen Emotionen zu transformieren und Heilung auch in Claudia als Kind zu bringen, um das Programm zu lösen. Eine weitere sehr wichtige Technik um den kognitiven Therapieansatz zu umgehen war bei Claudia die sogenannte Nabel-Atmung, um mehr Stabilität in ihre Gefühlswelt zu bringen.

Psyche und Körper bei Hüftschmerzen wieder in Einklang bringen

Menschen mit Hüftschmerzen haben ganz häufig Schwierigkeiten sich abzugrenzen,  ihren Emotionen freien Lauf zu lassen und “Nein” zu sagen, was das Voranschreiten im Leben massiv erschwert. Die Aufopferungsbereitschaft und die Liebe zu anderen Menschen ist so groß, dass sie sich selbst vergessen und daran “zerbrechen”. Sie machen “Rückschritte” im Leben und werden ausgebremst, um wieder zur “Besinnung” zu kommen.

Ziel wäre es, weniger mit dem Kopf zu leben und mehr mit dem Herzen. Sich selbst eingestehen, dass man nicht “die Mutter der ganzen Welt” sein muss und kann. Sich selbst auch gestatten Liebe zu empfangen und sich selbst damit zu nähren, nicht nur andere.

Der Körper zeigt einem jeden Tag, sein Bewusstsein, in Richtung mehr Selbstvertrauen, Selbstliebe und Sicherheit zu entwickeln. Dadurch können Entscheidungen flexibler und freier getroffen werden und der Körper kommt wieder in das ursprüngliche Gleichgewicht. Außerdem ist, wie bei jeder Krankheit, eine tiefe Dankbarkeit der Krankheit gegenüber entscheidend. Jeden Tag darf man dankbar sein, dass man diese Erfahrung jetzt gerade im Augenblick machen darf, um das wahre Selbst in sich zu entdecken und das Leben noch authentischer und ehrlicher zu leben.

In dem Moment, wo wir die oben genannten Punkte mehr und mehr lernen zu integrieren, muss die Krankheit nicht mehr für uns übernehmen. Die Symptomatik wird rückläufig und verschwindet, da sie keine Energie mehr durch das Unterbewusstsein bekommt.

– Lasse die Last der Verantwortlichkeit los, so können Entscheidungen leichter und ehrlicher getroffen werden und die Last auf die Hüften sinkt-

Leidest du aktuell unter Hüftschmerzen? Ich helfe dir gerne

Ich begleite seit über 14 Jahren PatientInnen auf ihrem Weg zur Gesundheit. Ich freue mich auf Dich!

Welche Gefühle sitzen in der Hüfte?

Nicht immer ist es so übersichtlich wie bei Claudias Hüftschmerz, dass die Emotion Wut und Trauer so klar zum Vorschein kommt. Hier ist häufig eine große Sensibilität des Patienten erforderlich, um genau zu spüren, welche Emotionen mit welchen Ereignissen verwoben sind. Um diese Emotionen zu spüren, können die Techniken der tiefen Meditation helfen. Gerade die Aufarbeitung mit einer 2. Person hilft den blinden Fleck, den wir vermutlich alle in Bezug auf uns Selbst entwickelt haben, zu entlarven. 

Allerdings zeigt die Erfahrung ebenfalls, wie die Wissenschaft, dass Stress in Kombination mit den Emotionen Trauer, Ärger, Angst, Zweifel, Mutlosigkeit, Frustration oder “heldenhaftes” Durchhalten und für andere, da sein akute Hüftschmerzen auslösen und zur Chronifizierung führen können.

Helfen bei psychisch bedingten Hüftschmerzen körperliche Eigenübungen und eine Ernährungsumstellung?

Die Begleitung der Schmerzen im Hüftgelenk mit körperlichen Eigenübungen ist extrem wichtig. Denn die Bearbeitung und Integrierung der seelischen Grundursache benötigt Zeit. Zusätzlich kann der gestaute Energiefluss durch Eigenübungen deutlich verbessert werden. Claudia ist hier das beste Beispiel.
Sie berichtet, nachdem sie 45 min bei leichter Belastung den Fahrradergometer betätigt hat, dass die Schmerzen dadurch deutlich spürbar sinken.
Aus diesem Grund arbeite ich mit meinen Patienten immer auf allen drei Ebenen:

  • Körperliche Übungen
  • Aufarbeitung der seelischen Grundursache
  • Ernährung

Eine der wichtigsten körperlichen Eigenübungen bei Hüftgelenkschmerzen ist die Verbesserung der Innenrotation und Abduktion im Hüftgelenk. Einer der effektivsten Übungen, die ich in der Physiotherapie meinen Patienten empfehle, ist der sogenannte Hürdensitz.
Dieser spezielle Sitz auf dem Boden, erinnert an einen Hürdenläufer, der gerade über ein Hindernis springt.  

Dabei wird das nicht betroffene Bein nach vorne gestreckt und das betroffene Bein in Innenrotation, Extension und Abduktion gebracht.

Achtung: Diese spezielle Dehntechnik muss bei fortgeschrittener Erkrankung individuell angepasst werden, da bei Hüftarthrose Grad II und III die Beweglichkeit in Innenrotation und Abduktion leider schon stark eingeschränkt ist. 

Auch die Ernährung sollte unbedingt angepasst werden. Ich persönlich arbeite mit der Ernährung der 5-Elemente, die besonders bei Schmerzsymptomen sehr förderlich ist. Außerdem wirkt der Verzehr von speziellen Heilkräutern, Wildkräutern und Gewürze, wie z. B. Kurkuma in Kombination mit schwarzem Pfeffer, manchmal Wunder.


Zum Schluss ein letzter Tipp:
Generell bei Hüftschmerzen gilt, tu das, was dir guttut. Ist es so wie bei Claudia, eine Hüftarthrose Grad I oder II, dann solltest du regelmäßige Ausdauerbelastungen bei leichter bis mittlerer Intensität einplanen. Dadurch wird dein Gelenk wieder “richtig geschmiert” und die Synoviaproduktion angeregt.
Allerdings darf die aktive Mobilisation der Innenrotation, Extension und Abduktion nicht vernachlässigt werden, um auch langfristig Erfolge zu verspüren.
Zudem sollte bei jeder Eigenübung der Kontakt zu seinen Emotionen gesucht und verbunden werden.