Negative Emotionen lösen

Negative Emotionen in 5 Minuten durch Bewegung auflösen!

Spürst du immer wieder negative Gefühle oder negative Emotionen in dir aufsteigen und weist nicht, wie du damit umgehen sollst? Die Angst, die sich langsam aber unaufhaltsam in deinem Körper ausbreitet oder die Wut, die wie eine Explosion deinen Körper in Erregung versetzt? Dann leidest du vielleicht an negativen Emotionen, die nicht wie ursprünglich einmal angedacht verarbeitet werden.

Also, wie löse ich in wenigen Minuten negative Emotionen aus dem Körper? Gegen negative Emotionen helfen ganz einfache Körpereigenübungen bei denen möglichst große Muskelgruppen angesprochen werden. Durch die Aktivierung der größten Muskelgruppen in unserem Körper entsteht im Anschluss eine reflektorische Entspannung sowie eine Entladung auf chemischer Ebene.

In dem heutigen Artikel erfährst du alles über negative Emotionen und wie du sie mithilfe von Bewegung lösen kannst.

Tipp: Am Ende stelle ich dir einen effektiven Trainingsplan vor, mit dem du deine negativen Emotionen innerhalb von 5 Minuten aus deinem Körper lösen kannst.

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Negative Emotionen in 5 Minuten durch Bewegung lösen!

Folge 14: Negative Emotionen in 5 Minuten durch Bewegung lösen!

Verspürst du immer wieder negative Emotionen wie Angst, Wut oder Ekel und weißt nicht so richtig wie du diesen Emotionen „Luft“ verschaffen kannst?
Negative Emotionen gehören zum Leben dazu und sind auch wichtig, denn Sie haben auch ihre Funktion und Berechtigung in unserem Leben. Allerdings müssen sie…

Was sind negative Emotionen?

Eigentlich gibt es keine negativen und positiven Emotionen.

Wir neigen dazu, unsere Emotionen und damit auch unsere Gefühlswelt in negative/schlechte Gefühle und positive/gute Gefühle zu kategorisieren. Das ist nichts weiter als eine Bewertung unserer Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben.

Unter negativen Emotionen verstehen wir besonders Gefühle, die uns herunterziehen, unsere Energie und Zeit rauben, uns die Motivation nehmen oder unsere Motivation verringern.

Wenn wir nicht wissen, wie wir mit Emotionen umgehen sollen, halten wir sie in der Regel für schlecht. Wenn uns also ein Ventil fehlt, können sich diese Gefühle in uns so stark aufbauen, dass sie uns anfangen zu kontrollieren und wir Dinge tun und sagen, die wir eigentlich nicht so wollen oder meinen.

Besonders häufige Emotionen, die als negativ oder schlecht bewertet werden, sind Wut, Ekel, Angst oder auch Traurigkeit.

Mit positiven Emotionen meinen wir „angenehme“ Emotionen. Mit anderen Worten: Diese Gefühle beeinträchtigen unser tägliches Leben, unsere Handlungen, Erfahrungen und Gedanken nicht.

Es sind die Emotionen, die uns inspirieren, uns Antrieb, Motivation und Kraft geben. Wenn wir uns gut fühlen, empfinden wir unser Leben bedeutungsvoller, gesünder und Energie geladener.

Wofür benötigen wir negative Emotionen?

Negative Emotionen wie z.B. Angst, Wut, Trauer und Ekel sind dafür da, den physischen Körper in Bewegung zu versetzen. Am Wort (engl.) E-motion wird das Ganze sehr deutlich. Wörtlich übersetzt spricht man hier von elektrischer Bewegung, die unsere Muskulatur reizt und zur Anspannung zwingt. Geben wir diesem Impuls nicht nach, dann unterbrechen wir die chemische Verkettung von Reizen

Allerdings hast du bestimmt auch schon festgestellt, dass in der modernen Welt der Alltag darin besteht, fast den ganzen Tag zu sitzen oder zu stehen. Das bedeutet, dass täglich in deinem Körper ein Cocktail an Emotionen ausgeschüttet wird. Der Prozess, der dabei ursprünglich in Gang gesetzt worden wäre, wird aber heutzutage durch die viele sitzende Tätigkeiten unterbrochen. 

Ich will dir mal ein Beispiel geben:
Du stehst an einem Sonntagmorgen in einer Bäckerei und holst Brötchen. Du beobachtest, wie sich die Verkäuferin einen Handschuh anzieht, um deine Brötchen in die Tüte zu packen. Doch bevor sie die Brötchen in die Tüte packt, fährt sie sich intuitiv durch das Gesicht und kratzt sich hinter dem Ohr. Da du sehr auf Hygiene bedacht bist, fällt dir diese kleine Bewegung natürlich direkt auf und du fühlst wie Ärger in dir hochsteigt. Deine Reaktion darauf ist, allerdings nicht ein Wutausbruch, sondern du lächelst freundlich, bedankst dich, bezahlst und 15 Sekunden später sitzt du wieder im Auto und fährst nach Hause.

Angst aktiviert auch das Kampf oder Flucht-System in unserem Gehirn, das uns ermöglicht, schnell zu reagieren und einen effektiven Selbstschutz auszuüben.

Diese körperlichen Symptome werden als Angstanzeichen bezeichnet und umfassen 

  • eine schnellere Herzfrequenz 
  • eine beschleunigte Atmung
  • eine erhöhte Durchblutung der Muskulatur

Solche kleinen und großen emotionalen Reaktionen des Körpers laufen täglich mehrfach ab. Die angestaute Ladung, die dabei entsteht, kann nicht beliebig aufgestaut werden. Bestehen die Ladung zu lange, nutzt der Körper diese Energien und wandelt sie in Krankheit und Symptome um.

Ursprünglich sind wir Menschen dafür gebaut, 8 bis 10 Stunden am Tag aktiv auf den Beinen zu sein. Die emotionalen Reaktionen haben dafür gesorgt, dass wir die nötige Spannung und die perfekte körperliche Voraussetzung hatten, um entsprechend auf Situationen zu reagieren.

Wenn wir uns in einer Gefahrensituation befunden haben, sorgte die Emotion Angst dafür, dass wir uns auf eine Gruppe zubewegen, die uns Sicherheit gab. Die Wut und der Ärger sorgten für mehr Kraft und einen scharfen Verstand im Kampf oder in handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Wie du siehst, befinden wir uns heute immer noch in einem Körper der für Bewegung gebaut wurde, der aber nicht bewegt, sondern zur Ruhe gezwungen wird. Die chemischen Prozesse sind allerdings noch die gleichen.

Warum wirkt Bewegung entspannend auf unseren Körper?

Stell dir vor, du kommst nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause, du hattest viele emotionale Hochs und Tiefs und legst dich auf die Couch.

Auf der Couch verlangsamt der Körper zwar Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz, die Muskulatur bleibt allerdings angespannt und zuvor ausgeschüttete Stresshormone zirkulieren weiterhin durch den Körper. 

Nur durch Bewegung können mehr Hormone (Endorphine und Serotonin) produziert werden, um Stresshormone zu neutralisieren.

Wenn der Körper weiterhin Stresshormone produziert und es ihm nicht gelingt, die angestaute innere Anspannung durch Bewegung abzubauen, gerät der Körper in einen permanenten Alarmzustand.

Auf Dauer belasten angestaute Energie und die Ansammlung von Stresshormonen den Körper. Die dauerhafte Alarmbereitschaft des Körpers, dass Energie benötigt wird, führt langfristig zu einem Erschöpfungszustand. Die Folge sind körperliche und psychische Krankheitssymptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, chronische Schmerzen und vieles mehr.

Negative Emotionen_Bewegung_lösen

Fazit: Wenn Stresshormone nicht durch stressabbauende Hormone wie Endorphine neutralisiert werden, können sie die Produktion anderer Hormone unterdrücken, die für eine gute Gesundheit notwendig sind.

Wie gehe ich mit negativen Emotionen um?

Evtl. kennst du folgende Sätze:

  • Ich könnte vor Wut platzen
  • Ich bekomme so einen dicken Hals.
  • Die Angst und Panik schnürt mir den Hals zu.
  • Mein Bauch krampft vor Sorge.

Wie du siehst, beschreibt unsere Sprache manchmal sehr gut genau das, was wir innerlich fühlen und was auf körperlicher Ebene passiert. 

Emotionen wirken in der Regel nur maximal 60 – 90 Sekunden im Körper. Anschließend wird die chemische Reaktion abgebrochen und der „normale“ Zustand wird wieder erreicht. 

Allerdings heißt das noch lange nicht, dass sich deine Muskulatur wieder entspannt hat. Gerade wenn Muskulatur immer wieder gereizt wird durch verschiedene emotionale Ausbrüche im Tagesverlauf, kann es dazu kommen, dass verschiedene Fehlhaltungen eingenommen werden.

Bei Angst ist es ganz häufig der eingezogene Kopf oder die erhöhte Spannung im Bauch. Bei Wut die hoch gezogenen Schultern und die starke Spannung in der Magengegend bis hin zu Kopf- und Schulterschmerzen

Da wir jetzt wissen das E-Motionen unseren Körper in Bewegung bringen, haben wir eine ganz einfache Möglichkeit die chemischen Prozesse, die in unserem Körper angestoßen werden, nicht zu unterbrechen, sondern diesen ganz einfach nachzugeben. 

Das wichtigste Tool um negative Emotionen zu lösen!

Eines der wichtigsten Tools, die ich an dieser Stelle meinen Klienten und Patienten empfehle ist:

– Fang an, in Bewegung zu denken! –

Das klingt so einfach, wie es ist. Der moderne Mensch denk häufig pragmatisch. Das heißt, wenn man sein Auto parken möchte, dann parkt man so das möglichst wenig Strecke zwischen dem Parkplatz und dem Ziel entsteht. Ja, klingt logisch. Wenn wir aber anfangen in Bewegung zu denken, dann verstehen wir plötzlich, dass wir nicht krampfhaft nach einem Parkplatz in der Nähe der Wohnung suchen müssen, sondern das wir auch ganz bequem am nächst besten Parkplatz halten können und lieber noch 20 Minuten nach Hause laufen. 

Ja, ich weiß, evtl. kein gutes Beispiel, für alle Kontrollfreaks da draußen, die ihr Auto gerne im Blick behalten wollen. 

Aber ich glaube, die Idee dahinter ist klar, benutze lieber die Treppe statt den Aufzug, fahre lieber mit dem Fahrrad als mit dem Auto, laufe lieber zum Restaurant als mit der Bahn zu fahren. 

Im Alltag macht das auf jeden Fall schon einen großen Unterschied, wenn du es nicht eh schon für dich integriert hast. 

Außerdem empfehle ich den meisten meiner Klienten und Patienten morgens und Abends sich einmal komplett durchzubewegen. 

Das bedeutet, dass alle großen Muskelgruppen und Gelenke einmal oder besser zweimal am Tag kurz aktiviert und durch bewegt werden. 

Die simpelste Methode dafür ist, Bewegungen zu nutzen, die zum einen überall durchgeführt werden können und zum anderen die, die Oberschenkelmuskulatur, die Rückenmuskulatur und die Brustmuskulatur aktiviert. 
Das sind die größten Muskelgruppen, die mit einfachen Körpereigengewichtsübungen stimuliert werden können. Je größer die aktivierte Muskelgruppe, desto stärker ist der Effekt auf deinen Körper. Ob die Stimulation dann durch spezielle dreidimensionale Schwungübungen oder durch ganz einfache Kniebeugen, Liegestützen oder Klimmzüge erreicht wird, ist für den Anfang erst einmal egal. 

Info:
Wichtig dabei ist die Kontinuität, und du wirst merken, wie gut es tut, wenn ein oder zweimal am Tag alle emotionalen Ladungen in Bewegung transformiert werden. 

Jeder Mensch besitzt alle Ressourcen in sich zur Selbstheilung!

Mithilfe des Drei-Stufen-Konzepts von Aaron Jurenka findest auch du wieder den Weg zur Gesundheit.

Dein Trainingsplan für den Abbau von negative Emotionen:

Ich weiß, der Trainingsplan sieht simpel aus. Aber meiner Erfahrung nach sollten die Dinge, die wir jeden Tag tun wollen, einfach sein und möglichst wenig Zeit beanspruchen, sonst setzen wir sie langfristig nicht um

Versuche diese fünf Minuten „Entladung“ im besten Fall zwei Mal täglich durchzuführen. Mindestens ein Mal, denn besser ein Mal als kein Mal.

Das Ziel dieser kurzen Aktivierung ist es, möglichst effektiv möglichst viele Muskelzellen zu aktivieren.
Aus diesem Grund habe ich verschiedene Übungen herausgesucht, die besonders die großen Muskeln in unserem Körper aktivieren. Dadurch ist der Effekt besonders stark spürbar.

1 min auf der Stelle hüpfen 
1 min Liegestütz
1 min Klimmzüge
1 min Kniebeuge
1 min rotatorisch Arme schwingen 

Tipp: Da mir bewusst ist, dass nicht jeder Mensch Klimmzüge oder Liegestützen ausführen kann, empfehle ich hier Ersatzübungen zu nutzen, die die gleiche Muskelgruppe ansteuern. Klimmzüge können durch vorgebeugtes Rudern oder das Rudern am TRX ersetzt werden. Liegestütze können positiv ausgeführt werden, das bedeutet an einem Gegenstand wie z.B. an einer Tischkante, um weniger Last bewegen zu müssen.

Worauf sollte ich beim Lösen von negativen Emotionen durch Bewegung achten?

Entspannung:

Jede Übung sollte mit dem Ziel der Entspannung durchgeführt werden. Bedeutet bei jeder Wiederholung sollte es möglich sein, nebenher ganz entspannt zu reden und sich zu unterhalten. Der Fokus liegt auf der Entspannung und nicht auf der Anspannung. Bedeutet, wir befinden uns bei einer Aktivierung der Muskulatur von unter 70 % der maximal möglichen Belastung. 

Atmung:

So wie du atmest, so lebst du! Dieser Satz ist immer wieder ein guter Reminder, auch beim Sport die Atmung nicht krampfhaft anzuhalten oder auszupressen, sondern den Atemrhythmus langsam und gleichmäßig fließen zu lassen. 

Bei jeder Wiederholung sollte eine gleichmäßige und angenehme Atmung möglich sein. Dadurch trainierst du dir keinen unphysiologischen Atemrhythmus an, den du dann unbewusst im Alltag übernimmst.

Mindset:

Der gedankliche Fokus liegt auch hier auf dem Loslassen. Wir wollen nur die Muskulatur auf Spannung bringen, die benötigt wird. Häufig kommt es zu assoziativen Bewegungen und Anspannungsmustern, die uns in eine Fehlhaltung trainieren lassen. Zum Beispiel die Anspannung der Nacken- oder Bauchmuskulatur. Versuche daher, den Körper in einer entspannten, neutralen Position zu halten.

Erdung:

Wenn möglich, versuche das Ganze im Freien und ohne Schuhe umzusetzen. Die frische Luft und die Natur haben einen unheimlich heilsamen Effekt. Außerdem wissen wir inzwischen, dass die „Ladung“, die in unserem Körper tagtäglich entsteht, nur abgegeben werden kann, wenn wir auch einen Kontakt zur Erde herstellen. Alle freien Radikalen in deinem Körper sind letztendlich nur Energien, die an den Boden abgegeben werden können. 

Tipp: Versuche 20 min am Tag barfuß in der Natur zu verbringen. Das ist die einfachste Möglichkeit, um „negative Ladungen“ zu lösen.