Psychische Ursache bei Ellenbogenschmerzen - Tennisellbogen & Golferellenbogen (Epicondylitis)

In unserem Ellbogen liegen Knochen, Muskeln und Sehnen sehr eng beieinander und bilden dadurch einen hohen Formschluss. Das heißt, wenn ein Teil des Gelenkes nicht das tut, was es soll, müssen andere Bereiche übernehmen.
Diese hohe Kompensationsbereitschaft führt dazu, dass das Ellbogengelenk sehr anfällig für Überlastungen ist. 

Besonders bekannt ist hier der klassische Tennisellbogen oder Golferellenbogen. In der Fachsprache auch Epicondylitis lateralis und medialis genannt.
Die Ursache für die Erkrankung ist allerdings selten in den anatomischen Strukturen selbst zu finden, da die Innervation für die erhöhte Aktivität vom zentralen Nervensystem selbst gesendet wird. Aus diesem Grund lohnt es sich, einen Blick in das Unterbewusstsein der Patienten zu werfen.

Also, welche psychischen Ursachen finden wir bei Ellenbogenschmerzen wie z.B. einem Tennisellbogen und Golferellenbogen? Der Tennisellbogen wird in der Psychosomatik den Bereichen Kraft, Stärke, Leistung, Ehrgeiz, Durchsetzung, Artikulation und Beweglichkeit zugeordnet. Die Emotionen Wut, Aggression und Angst spielen bei Ellenbogenschmerzen eine besondere Rolle und müssen in der Therapie aufgearbeitet und integriert werden.

In diesem Artikel erfährst du anhand eines Klienten-Beispiels, welche Bereiche in der Psyche angeschaut werden müssen. Am Ende bekommst du spannende Einblicke in die weitere Behandlung von Mario M.

Inhaltsverzeichnis

Wie gehemmte Aggression und übertriebener Ehrgeiz zu Ellenbogenschmerzen führen kann: Klient Mario M.

“Mein Ellbogen tut mir oft so weh, dass ich mich teilweise nicht mehr traue, mit meinem rechten Arm etwas anzuheben oder etwas zu greifen.”

Das ist die Antwort auf meine Frage an Mario, 34 Jahre, welches Symptom er zusammen mit mir aufarbeiten möchte. 

Mario erzählt, dass ihn der Ellenbogenschmerz schon seit zwei Jahren quäle und er schon vieles ausprobiert hat. 

Unter anderem war er schon beim Physiotherapeuten, Akupunktur, Osteopathie und Manuellen Therapie. Kurzzeitig bringen zwar fast alle Anwendung Linderung, allerdings bauen sich die Schmerzen nach Abschluss der letzten Behandlung, wieder Stück für Stück auf.

Auf einer Skala von null bis zehn sind die Schmerzen in Ruhe nach Belastung bei circa 4–5 und während der Belastung können sie auch mal die 9 erreichen. 

“Wann verschlimmern sich deine Ellenbogenschmerzen?”, will ich wissen und Mario denkt kurz nach.

“Ich arbeite als Heizungsinstallateur und muss oft schwere Kessel in den Keller tragen und montieren” antwortet er mir. “Gerade die großen unhandlichen Anlagen verlangen einiges an Kraft und da ich meistens alleine unterwegs bin, habe ich keine andere Möglichkeit als gut zuzupacken”.

Ich frage ihn, “Wie sind die Schmerzen im Tagesverlauf?” Mario erklärt, “Wenn ich morgens aufstehe, fühlt sich der Unterarm etwas steif an, aber die Schmerzen sind nicht ganz so stark. Im Tagesverlauf werden sie erst besser durch leichte Bewegung wie beim Duschen, zur Arbeit laufen oder Autofahren. Bei bestimmten Bewegungen, wie z. B. schwere Gegenstände von oben greifen oder einen Schraubendreher benutzen, ist es besonders schlimm, dann steigt der Schmerz schnell an oder schießt manchmal sogar richtig rein. Generell würde ich aber sagen, dass die Schmerzen durchgehend zu spüren sind. Manchmal fühlt sich mein Ellbogen wie vom Schmerz gelähmt an. Abends, wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich meistens sehr erschöpft”

“Was sind deine Hobbys, bzw. was machst du zum Ausgleich?“ frage ich. Mario antwortet, dass er gerne auf die Downhillstrecke unten im Dorf geht und sich mit seinen Kumpels beim über die Schanzen springen misst. Allerdings musste er auch das in den letzten zwei Jahren stark zurücknehmen, da die Schmerzen auch durch das Biken deutlich verstärkt wurden.

Info:
Den Erschöpfungszustand, den Mario hier im Nebensatz erwähnt, deckt sich auch mit aktuellen Studien zum Thema Ellenbogenschmerzen. Thiese et al. hatten in ihrer Analyse “Psychosocial Factors related to lateral and medial epicondylitis: Results from pooled study analysis”, einen klaren Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und Epicondylitits untersucht. Dabei wurden zehn psychosoziale Faktoren festgelegt und definiert. Insgesamt wurden Daten von 1824 TeilnehmerInnen ausgewertet. Bei 95 Prozent der Betroffenen mit einer lateralen/medialen Epicondylitis stellten die Wissenschaftler fest, dass sie sich nach der Arbeit psychisch erschöpft fühlten. Diese Beobachtung war von allen anderen Bewertungskriterien die auffälligste.
Die schmerzhafte Lähmung in seinem Ellenbogen beschreibt also nur sehr sinnbildlich die innere Einstellung zu seiner Ellenbogenfähigkeit.

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Aaron Jurenka - Ganzheitlicher Therapeut

Psychosomatik, Physiotherapie, Osteopathie, Ernährungsberatung, med. Trainingstherapie, Dozent für Physiotherapie

„Ich begleite seit über 14 Jahren PatientInnen und KlientInnen – Online und 1:1 in meiner Praxis“

Die Ursache und Entstehung von Ellenbogenschmerzen, wie Tennisellenbogen und Golferellenbogen

Die eigentliche Ursache einer Überlastung im Ellenbogen ist der sogenannte psychische Dysstress. Positiver Stress, der Eustress, hält uns dagegen fit und verleiht uns viel Energie. Wenn wir im Sport ein entscheidendes Tor schießen wollen, den Fisch des Lebens an der Angel haben oder ein besonders schönes Ereignis vorbereiten, dann löst das zwar Stress aus, allerdings positiven Stress, der uns mehr Energie und ein angenehmes Ergebnis liefert.

Negativer Stress dagegen verarbeiten wir meistens im Nachhinein, nämlich nachts. Das bedeutet im Fall von Mario, dass er nachts, in Seitenlage, mit angewinkelten Armen und geballten Fäusten, schläft und am Morgen stark erschöpft und unvollständig regeneriert aufwacht.
Durch die erhöhte Grundspannung, die durch das autonome Nervensystem ausgelöst wird, können sich die Muskeln und Sehnenansätze nicht ausreichend erholen und überlasten schnell – die Voraussetzung für Ellenbogenschmerzen ist geschaffen. Ziel ist es also den Stressverursacher zu eliminieren und aufzulösen, um mehr Entspannung in das System zu bekommen.

Ein weiterer Aspekt, welcher in diesem Beispiel ausgeklammert ist, ist die Zahngesundheit. Die psychische Disharmonie, die beim Tennisellbogen zustande kommt, wirkt sich nicht nur auf den Ellenbogen aus, sondern auch auf die Zähne und Atmung. Denn sowohl die Zähne als auch die Ellbogen bieten im übertragenen Sinn Waffen, mit denen wir uns durchsetzen können.

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Selbstheilung durch Gedanken

Folge 20: Die psychische Ursache von Ellenbogenschmerzen: Klient Mario M. – Tennisellenbogen

Mario quälen seit zwei Jahren Schmerzen im Ellenbogen rechts.
Die Diagnose: Epicondylitis humeri lateralis (Tennisellenbogen). Mario hat schon vieles versucht, sowohl Physiotherapie als auch Osteopathie und Akupunktur, doch nichts scheint langfristig zu helfen. Kurzzeitig ist der Schmerz zwar besser, baut sich aber nach Abschluss der Therapie wieder auf.In dieser Folge nehm ich euch mit in die Behandlung von Mario und zeige euch, wie sich psychische unbewusste Themen in Form von Emotionen im Ellenbogen manifestieren können.

Ellenbogenschmerzen & Psyche: Welche Wut sitzt Mario im Ellbogen?

Mario will endlich verstehen, warum diese Schmerzen im Ellenbogen immer wieder kommen.
Und er möchte unbedingt wissen, warum sie nie wirklich verschwunden sind.

Aus der psychosomatischen Betrachtungsweise heraus gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Marios Tennisellbogen und den Wahrnehmungen, die er als Folge ganz bestimmter Ereignisse hatte. 

Dieses Ereignis muss mit einem bestimmten Gefühl zusammen hängen, das sich ungefähr so in Worte fassen lässt:

  • “Ich schaffe es nicht, mich zu wehren.
  • „Ich fühle mich ausgeliefert.“
  • „Ich unterdrücke lieber Wünsche, als mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Gleichzeitig möchte ich aber ein gutes Ergebnis liefern und meine Arbeit perfekt machen!”

Gemeinsam machen wir uns auf die Reise, um herauszufinden, was Mario vor circa zwei Jahren so getriggert hatte, dass er seine Ellbogenfähigkeit verloren hat

Ich lasse ihn sich entspannen, tief Ein- und Ausatmen und bringe ihn in einen sanften Atemrhythmus. Immer tiefer sinkt er in sein Unterbewusstsein. Während der tiefen Meditation (freiwillige Hypnose) führe ich ihn nochmal zwei Jahre in der Zeit zurück und lasse ihn fühlen und spüren, was er damals gespürt hatte. Welches Ereignis zu dieser Zeit präsent war. Ob er sich alleine oder mit anderen Personen sieht.

Plötzlich sehe ich, dass sich etwas in seinem Gesichtsausdruck verändert.
Starke Emotionen wie Wut und Trauer sind in seinem Gesicht abzulesen.
Er hat das auslösende Ereignis plötzlich ganz lebhaft wieder vor Augen. 

Sein Chef hatte ihn damals wegen eines Auftrages ungerechterweise zur Rechenschaft gezogen. Mario hatte vor zwei Jahren eine Baustelle eines Mitarbeiters übernommen und fertiggestellt. Was Mario nicht wusste, dass der Mitarbeiter am Anfang bestimmte Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet hatte und der Kunde sich nun bei seinem Chef beschwerte, dass die Anlage nicht ordnungsgemäß funktionierte. Solche Situationen waren nicht das erste Mal vorgekommen. Allerdings wurde Mario in diesem Fall ein Teil der Provision abgezogen.
Er fühlte sich ungerecht behandelt und hatte den Wunsch sich zu wehren, tat es aber nicht

Diese gestaute Energie steckt immer noch in seinen Ellenbogen. Wut, Frustration und Ärger steigt auch heute noch in ihm auf, wenn er an dieses Ereignis denkt.

So ergeht es uns oft:
Intuitiv ahnen wir, was uns unter Druck gesetzt hat oder was uns verletzt und ärgert. 

So wirklich bewusst werden die Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist erst dann, wenn wir anfangen, uns bestimmte Ereignisse aus dem Unterbewusstsein, die verdrängt wurden, herauszuziehen und anzuschauen. 

Ich gehe weiter in der tiefen Meditation und führe ihn noch weiter zurück, in seine Kindheit. Auch hier gebe ich ihm etwas Zeit und nach wenigen Minuten zeigt sich deutlich ein Ereignis, an das sich Mario nicht mehr erinnern konnte. 

Mario ist der jüngste von drei Geschwistern und spielte regelmäßig nachmittags in seinem Zimmer. Sein älterer Bruder machte sich häufig einen Spaß daraus, Mario zu ärgern, in dem er seine Lego-Bauwerke zerstörte. Mario sieht sich selbst, wie er vor dem zerstörten Werk sitzt und weint. Ich fordere ihn auf, in das Kind hineinzugehen und er kommt der Aufforderung nach. 

Er spürt und wartet. Er weiß, dass er heute als Erwachsener diese Wut und Aggression spüren darf. 

In dem Kind fühlt es sich eng, fest und druckvoll an. 

Jetzt steht das Kind auf und schreit und wirft die Legosteine gegen die Wand. Sein Bruder steht daneben, lacht ihn aus und sagt “Du bist so schwach, du kannst dich einfach nicht wehren.“

Die Handlungen und Worte eines Menschen zeigen uns den tieferen seelisch-psychologischen Konflikt.

Auch bei Mario ist das so:

Mario fühlt sich ungerecht verurteilt, findet aber keine Möglichkeit, sich seiner Wut und Aggression Luft zu machen. Er fühlt sich als Opfer. Er sieht keine Möglichkeit, seine Situation zu verändern und fühlt sich hilflos. Damals wie heute fällt es ihm schwer, für sich und seine Gefühle einzustehen.

Der Glaubenssatz: Ich bin schwach und kann mich nicht wehren, sitzt tief.

Seine Eltern beschreibt Mario als sehr liebevoll und angenehm. “Ich habe meine Eltern nie streiten oder schreien hören, im Gegenteil, mein Vater sagte immer, dass sich das nicht gehört”. 

Mario lehnt tief im Inneren die Emotion, Wut und Aggression ab. Er möchte der liebe Mensch sein und von allen gemocht werden. Dafür ist er bereit, sich selbst zurückzunehmen. 

Sein Unterbewusstsein signalisiert ihm allerdings etwas anderes. Es zeigt ihm, dass er sich aggressiv und kritisch mit dem Thema der Durchsetzung beschäftigen darf. Die Ellenbogenschmerzen versinnbildlichen seinen tiefen Wunsch, seine Ellenbogen auch im übertragenen Sinn einsetzen zu wollen. Er darf lernen, sich dort durchzusetzen, wo es wirklich wichtig ist, anstatt auf dem Spielfeld (Downhillstrecke), wo es nur aufgebauscht wird. 

Außerdem geht es bei ihm darum, diese Zwangsbedenkpause zu nutzen, um sich mit dem Sinn seines Lebens und der behinderten sowie gebremsten Bewegung zu beschäftigen. Das heißt konkret für ihn, da er sich freiwillig im außen bremst, sich Hilfe holt, und eher im innen statt im außen aktiv wird

Gerade beim Thema Sport ist es besonders wichtig zu schauen, welche Verbissenheit und welchen übertriebenen Ehrgeiz er in das Spiel legt. Ziel wäre es wieder anzufangen spielerisch den Sport auszuüben und spielen zu lernen wie ein Kind

Bedeutet in seinem Fall, dass er die Themen im übertragenen Sinn durchschaut und “Wieder wird wie ein Kind”.  

Leidest du aktuell unter Ellenbogenschmerzen? Ich helfe dir gerne

Ich begleite seit über 14 Jahren PatientInnen auf ihrem Weg zur Gesundheit. Ich freue mich auf Dich!

Psychische Veränderungen und Kommunikation mit den Ellenbogenschmerzen

Ziel ist es bei Mario nochmals in einer tiefen Meditation zu den auslösenden Ereignissen zurückzugehen und die Gefühle noch einmal bewusst und offen zu fühlen. In dem Fall als Erwachsener, als Beobachter, als Forscher. Jetzt weiß er, dass er seinem Leben und den Situationen nicht mehr hilflos ausgeliefert ist, sondern durch seine Worte und Handlungen die Realität verändern kann.

Durch das erneute Spüren und anschließende Transformieren der Gefühle beginnt die Heilung. Gefühle wie Angst, Aggression, Wut, Scham, Kummer und Verlust können mit verschiedenen Techniken in Freude und Liebe transformiert werden und so das Unterbewusstsein neu programmieren. 

Von einem Opferbewusstsein zu einem Schöpferbewusstsein.

Als zweiter Schritt wäre hier noch die Kommunikation mit seinem Ellenbogenschmerz zu nennen. Auch dieser Part wird in einer separaten Sitzung in tiefen Meditation durchgeführt. Dabei nimmt Mario mithilfe meiner Anleitung Kontakt zu seinen Ellenbogen auf und geht in Kommunikation. Auch hier empfängt er weitere Bilder, die ihm helfen das Krankheitsbild zu bearbeiten und bestimmte Themen zu integrieren.

Mario darf sich außerdem noch einmal auf die Suche nach einem passendem Ausgleich zu seiner Arbeit machen. Hier treffen nämlich beide männlichen Pole, der Ehrgeiz eine perfekte Arbeit abzuliefern und der Ehrgeiz gut im Sport auf der Downhillstrecke zu sein, aufeinander. Der spielerische Ansatz kann hier schon einmal gut entgegenwirken. Allerdings sollten der weibliche Pol, in dem Fall das Loslassen und Nachgeben auch regelmäßig geübt werden. Ein guter Ausgleich wäre also mehrmals pro Woche spezifische Dehnungsübung mit einer speziellen Ausrichtung im Geist (loslassen anstatt festhalten) zu kombinieren.

Bewusst mehr den weiblichen Pol mit ins Spiel des Lebens zu bringen, wäre hier also ein ganz wesentlicher Schritt in Richtung Heilung. Gleichzeitig aber auch den männlichen Pol in Form von mehr Durchsetzungskraft in seinem Umfeld zu integrieren, würde die gestaute Energie in seinen Ellenbogen entladen.